es ist 10 minuten vor 8 am morgen, mein bus biegt ein zum bahnhof.
weiter vorne sitzen zwei jungs aus meiner klasse, wir steigen aus.
mir geht es nicht gut, schwindel und übelkeit, mal wieder.
je näher wir zum bahnhof kamen, desto schlechter wurde mir.
ich steige also aus, und ich weiß schon, dass ich es nicht kann.
ich kann nicht in den bus steigen und zur schule fahren, es geht nicht.
ich habe solche angst, es geht einfach nicht, ich weiß es.
also täusche ich vor, zum bäcker zu gehen und stelle mich hinter das gebäude zwischen die fahrräder, damit niemand aus meiner schule mich sehen kann.
mit zitternden fingern tippe ich die nummer von papa in mein telefon.
er fragt was los ist, und ich sage nur 'ich kann nicht'.
er versucht mich zu beruhigen, meine mama ist schon arbeiten.
wir wissen beide nicht was los ist, vielleicht panikattacken, vielleicht schulangst.
ich kann die tränen nur schwer zurückhalten, es ist pure angst.
zwei andere jungs aus meiner klasse laufen etwas entfernt vorbei, zum glück haben sie mich nicht gesehen. ich gehe weiter zwischen die fahrräder, papa redet mit mir, aber ich kann mich nicht beruhigen.
mein herz schlägt, mein atem geht schnell, die tränen laufen, ich zittere, mir ist schwindelig und schlecht.
papa sagt, ich soll nach hause fahren wenn es nicht geht. und es geht nicht.
'scheiße' denke ich. wie soll das weitergehen ? aber ich habe zu große angst, um es zu versuchen.
also kein erdkunde heute. ich werde ihn heute nicht sehen.
ich warte, bis der schulbus weg ist, dann nehme ich den nächsten bus nach hause.
und ich hasse mich dafür, dass die angst stärker war als ich.

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