Sonntag, 4. Dezember 2011

Familiengeschichte

Gestern Abend war ich dann Essen mit meiner Familie, weil meine Oma Geburtstag hatte.
Ich habe nicht besonders viele Verwandte, und außer uns waren nur mein Onkel und seine Freundin dabei.
Mein anderer Onkel, den ich vor zweieinhalb Jahren zuletzt gesehen habe, ist nicht gekommen, weil er irgendwie geschäftlich in München war und erst abends zurückgeflogen ist. Zwar hatte er zugesagt, aber so ist das in meiner Familie. Keiner sagt ab und jeder kommt und geht wann er will.
Nach dem absolut leckeren Essen waren wir noch bei Oma zuhause und haben irgendwie nur über Geld geredet. Mein Onkel hat nämlich ziemlich viel Geld und könnte mir locker 10 Führerscheine bezahlen, aber warum sollte er das tun, wenn er und meine Mum sowieso kaum Kontakt haben.
Es war irgendwie komisch, und hinterher war ich ziemlich 'angeheitert' weil das alles so seltsam war und ich deshalb so viel Champagner getrunken habe.
Und eigentlich bin ich auch ganz froh, dass mein Onkel nicht da war, weil das Thema dann schon öfter auf meinen Opa gekommen ist, den ich nicht kenne.
Er und meine Oma haben sich getrennt, als meine Mutter in meinem Alter war. Sie muss ziemlich darunter gelitten haben, ist ja klar. Weder Mama noch ihre Brüder haben Kontakt zu ihm, seit mindestens 18 Jahren nicht. Er weiß also nicht mal, dass es mich und meine Schwestern gibt.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie jemand sich nicht mehr für seine Kinder interessieren kann.
So genau weiß ich natürlich nicht, was vorgefallen ist, aber ich weiß dass meine Oma sehr enttäuscht wäre, wenn meine Mutter wieder mit ihrem Vater Kontakt hätte.
Natürlich betrifft mich das nicht so sehr wie meine Mutter, aber es ist komisch, zu wissen, dass es jemanden gibt, mit dem man verwandt ist und dem man vielleicht ähnlich ist, obwohl man ihn nicht kennt.
Ich kenne nur ganz wenige Bilder von ihm, die alle schon gut 45 Jahre alt sind, aber irgendwie würde ich ihn doch gerne kennen. Wenn man so wenige Verwandten hat, denen man nicht besonders nahe steht, dann ist man froh, so viele wie möglich zu kennen.
Wirklich nahe stehe ich nur meinen Omas. Meine Cousinen und Cousins sind viel älter als ich, und weder mein Vater noch meine Mutter haben viel mit ihren Geschwistern zu tun.
Umso mehr vermisse ich alle, die nicht da sind. Meinen Opa, der vor fast 9 Jahren gestorben ist und meinen Opa, den ich wahrscheinlich nie kennenlernen werde.



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