An allem bin ich schuld und dabei bin ich es gar nicht.
Ich bin inzwischen Meister darin, ausdruckslos zu schauen und keine Gefühle zu zeigen.
Ich zeige, was ich zeigen soll und nicht, was ich wirklich fühle.
Ihr macht mich kaputt und ihr merkt es nicht.
Niemals würde ich eure unbeschwerten Leben damit belasten,
niemals eure leichten Herzen damit zerbrechen.
Ich tue alles, um das für mich zu behalten, ich bin so rücksichtsvoll.
So rücksichtsvoll, weil ich euch beschütze, auch wenn ich nicht weiß, warum.
Keiner soll leiden müssen.
Bleibt so unwissend wie ihr seid und lebt weiter das unbeschwerte Leben, das ihr habt und
das nur dadurch getrübt wird, dass der nächste Urlaub ausfällt oder eine Note schlechter wird.
Ich weiß dass das nicht die wahre Welt ist, aber ihr müsst es noch nicht wissen.
Bleibt so kindlich und naiv so lange ihr könnt, und ich helfe euch dabei.
Denn die echte Welt ist hart und grausam und macht manchmal unendlich traurig.
Man muss stark sein, unendlich stark.
Und ich versuche es so sehr.
Zum Leben gehören Hoch- und Tiefpunkte, und dies ist wieder so ein Punkt, an dem ich einfach davonlaufen möchte. Ich möchte den schweren Situationen ausweichen, wie immer. Weihnachten mit Eltern, die sich trennen oder auch nicht, Silvester, an dem man sich entscheiden muss mit wem man feiert und wen man versetzt, der achtzehnte Geburtstag, ab dem man endlich eigene Entscheidungen treffen darf und den man nicht feiern will, weil man nicht weiß mit wem und weil man nur weg will und denkt, man hätte es nicht verdient zu feiern, weil es nichts feiern gibt, weil man es zu nichts gebracht hat.
Ich will nur weg, aber ich kann nicht, denn das wäre feige und zu einfach.
Und das Leben ist wirklich alles, außer einfach.

Danke Gott, dass du mich beschützt. Ich danke dir.
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